Heute haben mein Freund und ich zum ersten mal mit Cyanotypie experimentiert.
Bei Cyanotypie wird mit der Hilfe von UV-Licht ein Bild erstellt. Im Englischen fÀllt es daher auch unter den Begriff "Sun printing".
GrundsÀtzlich braucht man dazu erstmal:
Die verwendeten Chemikalien sind zwar nicht schÀdlich, dennoch sollte man sicherheitshalber Handschuhe tragen!
Zuerst werden zwei Lösungen in zwei seperaten GefĂ€Ăen angefertigt. In einem wurden 20 Gramm Ammoniumeisen(III)-citrat mit 100ml destiliertem Wasser vermischt und in dem anderen 8 Gramm Kaliumhexacyanoferrat(III) mit 100ml destiliertem Wasser.
Durch das Kombinieren der beiden fertigen Lösungen entsteht eine Emulsion, die auf UV-Licht reagiert, daher muss der Raum vor dem Vermischen abgedunkelt und die Lösung dunkel gelagert werden. Auch das Auftragen der Lösung auf dem Medium (in unserem Fall, Papier) sollte im Dunkeln passieren.
Als Motiv fĂŒr den Druck kann man zum Beispiel BlĂ€tter oder Farne nehmen. Wir haben allerdings Bilder genommen, die wir selber Mal geschossen haben. Diese Bilder haben wir im Bildbearbeitungsprogramm GIMP (man kann aber auch jedes andere Bildbearbeitungsprogramm nehmen) in schwarz-weiĂ Bilder umgewandelt, die Kontraste erhöht und dann auf Overhead-Folie mit einem ganz gewöhnlichen Drucker ausgedruckt. Nachdem wir die ersten Folien "normal" gedruckt haben ist uns aufgefallen, dass die Bilder eigentlich invertierten werden mĂŒssen, denn alle schwarzen Stellen lassen kein Licht durch und sind dann spĂ€ter weiĂ, wĂ€hrend die weiĂen durchsichtigen Stellen Farbe haben werden. Also wurde die Folie nochmal ausgedruckt, dieses mal richtig.
| Positiv | Negativ |
|---|---|
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Die Folie haben wir dann in einen Bilderrahmen gelegt und die vorher vorbereiteten Papiere dahinter. Das ganze haben wir dann mit dem RĂŒcken des Bilderrahmens fixiert und dann ging es auf den Balkon, in die Sonne. Zum GlĂŒck war es wirklich sehr sonnig, sodass der Prozess sehr schnell vorran ging.
| Drinnen im Dunkeln | In der Sonne | Nach 5 Minuten | Nach 10 Minuten |
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Jetzt mussten die Bilder nur noch in einer Wanne mit Wasser ausgewaschen werden. Beim Waschen werden nur die verbleibenden grĂŒn-gelben Bereiche ausgewaschen, die blauen Bereiche bleiben. Um das Papier nicht zu beschĂ€digen, sollte die Wanne beim Auswaschen leicht hin- und hergeneigt werden.
